„In der Krise zählt nur Gold“ – solche Sätze verkaufen sich gut, halten der Geschichte aber nur teilweise stand. Sachwerte haben Krisen unterschiedlich durchlaufen, und selbst Gold verhält sich nicht in jeder Krise gleich.
Drei Lehrstücke:
- Finanzkrise 2008: Gold fiel im akuten Crash zunächst mit – Anleger brauchten Liquidität und verkauften, was verkäuflich war. Erst danach begann ein mehrjähriger Anstieg. Immobilien standen je nach Land im Zentrum der Krise.
- Corona-Schock 2020: Dasselbe Muster – kurzer Einbruch auch bei Gold im März, dann Erholung auf neue Hochs.
- Inflationsjahre 2021–2023: Gold hielt sich robust, glänzte aber erst mit den Zinssenkungserwartungen; Immobilien litten unter der Zinswende – trotz Inflation.
Die Muster dahinter: In Liquiditätskrisen fällt zunächst fast alles; danach profitieren Anlagen, die von sinkenden Zinsen und Vertrauensverlust ins Geldsystem zehren – historisch häufig Gold. In Inflations- und Währungskrisen (historische Extrembeispiele: Deutschland 1923, diverse Schwellenländer) bewährten sich Sachwerte generell als Fluchtpunkt – wobei der Staat in Extremlagen auch regulatorisch eingriff (Goldbesitzverbote wie in den USA 1933 sind historische Tatsache, kein Naturgesetz für die Zukunft).
Nüchternes Fazit: Sachwerte sind kein Krisen-Airbag mit Sofortwirkung, sondern eine Substanzreserve, deren Wert sich über den Krisenzyklus zeigt – vorausgesetzt, man muss im Tief nicht verkaufen.
In der Krise schützt nicht der Sachwert allein – sondern die Reserve, die den Notverkauf verhindert.
Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.
01Wie verhielt sich Gold im akuten Crash 2008 und im März 2020 zunächst?
02Was zeigten die Jahre 2021–2023 über Immobilien?
03Was ist die wichtigste Voraussetzung, damit Sachwerte durch Krisen tragen?