Keine Anlageberatung · Keine Produktvermittlung · Nur Wissen
Start / Wissen / 04 Langfristig planen
04 · LANGFRISTIG PLANEN · WEGPUNKT 03 / 12

Immobilien als Sachwert

Der größte Sachwert der meisten Haushalte – Chancen, Kosten und Klumpenrisiko.

◆◇◇EINSTEIGER-WISSEN

Die Immobilie ist für viele Haushalte der bedeutendste Sachwert – als selbst genutztes Zuhause oder als vermietetes Objekt. Ihre Stärken: realer Nutzwert, mögliche Mieterträge, langfristige Substanz. Ihre Schwächen: hoher Kapitalbedarf, laufende Kosten und geringe Liquidität.

◆◆◇FÜR FORTGESCHRITTENE

Die ehrliche Vollkostenrechnung beim Direktkauf:

  • Erwerbsnebenkosten: Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5–6,5 %), Notar und Grundbuch (~1,5–2 %), ggf. Makler – zusammen schnell 10–15 % des Kaufpreises, die der Wert erst aufholen muss.
  • Laufend: Instandhaltung (Faustwerte: 1–2 % des Gebäudewerts p. a.), Verwaltung, Versicherungen, bei Vermietung Mietausfallrisiko.
  • Finanzierung: Der Kredithebel verstärkt Gewinne wie Verluste – die Zinswende 2022/23 hat das eindrucksvoll gezeigt.

Indirekte Wege (offene Immobilienfonds, Immobilienaktien/REITs) senken die Einstiegshürde, bringen aber eigene Regeln mit – bei offenen Fonds etwa gesetzliche Mindesthalte- (24 Monate) und Kündigungsfristen (12 Monate).

◆◆◆EXPERTEN-WISSEN

Das unterschätzte Thema ist die Konzentration: Eine Immobilie bündelt viel Kapital in einem Objekt, an einem Standort, in einer Nutzungsart – Lagequalität, lokale Wirtschaft und energetische Regulatorik (Sanierungspflichten!) wirken ungestreut auf das Gesamtvermögen. Bei Vermietung kommen unternehmerische Pflichten hinzu: Immobilien sind halb Anlage, halb kleines Unternehmen.

Wer bereits Wohneigentum besitzt, hat seine „Sachwertquote“ oft längst erfüllt oder überschritten – ein Punkt, der in Beratungsgesprächen über zusätzliche Sachwertprodukte gerne unterschlagen wird.

◆ MERKSATZ

Eine Immobilie ist kein passives Investment, sondern ein Standort, ein Gebäude und ein Pflichtenheft in einem.

WISSENS-CHECK

Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.

01Wie hoch sind die Erwerbsnebenkosten beim Immobilienkauf in Deutschland typischerweise?

Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und ggf. Makler summieren sich meist auf 10–15 % – ein Startverlust, den die Wertentwicklung erst aufholen muss.

02Welche Fristen gelten bei offenen Immobilienfonds?

Seit 2013 gelten gesetzliche Mindesthalte- und Kündigungsfristen – Anteile sind gerade nicht täglich verfügbar.

03Was bewirkt der Kredithebel bei Immobilien?

Fremdkapital vergrößert das bewegte Volumen – Wertsteigerungen wirken überproportional aufs Eigenkapital, Wertverluste ebenso.