Rohstoffe sind die vielleicht „ursprünglichsten“ Sachwerte: Energie, Industriemetalle, Agrargüter. Anders als bei Gold scheitert der physische Besitz jedoch an der Praxis – niemand lagert Rohöl im Keller. Privatanleger investieren deshalb fast immer über Finanzprodukte.
Die gängigen Zugangswege und ihre Tücken:
- Rohstoff-ETCs/-Fonds auf Futures: Sie bilden Terminkontrakte ab, nicht den Kassapreis. Beim regelmäßigen „Rollen“ der Kontrakte entstehen Kosten oder Gewinne (Contango/Backwardation) – der Fonds kann über Jahre schlechter laufen als der Rohstoffpreis selbst.
- Rohstoffaktien: Beteiligungen an Förder- und Verarbeitungsunternehmen – mit Unternehmens- statt reinem Rohstoffrisiko.
- Breite Rohstoffindizes: streuen über Sektoren, erben aber die Roll-Problematik ihrer Bestandteile.
Rohstoffpreise sind hochzyklisch: Angebot reagiert träge (Minen, Bohrungen brauchen Jahre), Nachfrage hängt an Konjunktur und Technologiepfaden. Als Portfolio-Baustein können Rohstoffe in Inflations- und Knappheitsphasen diversifizieren – langfristig war die reale Rendite breiter Rohstoffkörbe historisch jedoch mager, insbesondere nach Rollkosten. Wer die Mechanik von Futures, Contango und Rollrendite nicht sicher erklären kann, sollte diese Produktklasse meiden oder sehr klein gewichten – Komplexität, die man nicht versteht, ist selbst ein Risiko.
Bei Rohstoffinvestments kauft man selten den Rohstoff – meist kauft man eine Konstruktion, und die will verstanden sein.
Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.
01Warum können Rohstoff-Fonds schlechter laufen als der Rohstoffpreis?
02Was unterscheidet Rohstoffaktien vom direkten Rohstoff-Exposure?
03Warum reagieren Rohstoffpreise so zyklisch?