Das Agio (Aufgeld) ist der Aufschlag, den Sie beim Kauf einer Münze oder eines Barrens über den reinen Materialwert (Spotpreis) hinaus zahlen. Es deckt Prägung bzw. Herstellung, Logistik und die Händlermarge.
Beispiel: Liegt der Goldwert einer Unzenmünze bei 2.200 € und der Verkaufspreis bei 2.290 €, beträgt das Agio rund 4 %.
Das Agio hängt vor allem von drei Faktoren ab:
- Stückelung: Je kleiner die Einheit, desto höher der prozentuale Aufschlag. Eine 1-Gramm-Goldmünze kann 15–25 % Agio tragen, eine Unze oft nur 3–6 %.
- Produkt: Gängige Anlagemünzen und Standardbarren haben niedrige Aufschläge; Sammler- und Sondermünzen deutlich höhere – die beim Wiederverkauf oft nicht zurückkommen.
- Marktlage: In Nachfragespitzen (Krisen) steigen Agios spürbar, weil Prägekapazitäten knapp werden.
Die vollständige Kostenbetrachtung umfasst den Spread: die Differenz zwischen Kauf- und Rückkaufpreis. Er ist Ihr realer Einstiegskostenblock.
Der Begriff Agio begegnet Ihnen auch außerhalb des Edelmetallhandels: Bei Investmentfonds heißt der Ausgabeaufschlag ebenfalls Agio (häufig 3–5 %), bei Anleihen bezeichnet er einen Kurs über 100 %. Die Logik ist stets dieselbe – ein Aufschlag auf den inneren bzw. Nennwert, der Ihre effektive Rendite mindert und deshalb vor jedem Kauf beziffert gehören sollte: in Prozent und in Euro.
Das Agio ist kein Nebenkosten-Detail – es ist Ihr Startverlust, den die Anlage erst wieder aufholen muss.
Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.
01Was deckt das Agio beim Münzkauf ab?
02Welche Stückelung trägt typischerweise das höchste prozentuale Agio?
03Was beschreibt der Spread?